Bob-Frisuren – vielseitig und immer wieder neu

Der Bob ist ein alter Bekannter unter den Haarschnitten. Erstmalig ist er wohl noch aus altägyptischer Zeit bekannt, doch nach den goldenen 20er Jahren erlebte der Bubikopf erst kürzlich wieder ein glorreiches Revival.

Der Bob – Mode-Statement der Emanzipation

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Während uns Hieroglyphen verraten, dass der schulterlange Bob nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern getragen wurde, war er in der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts den starken und selbstbewussten Frauen vorbehalten. Der ursprünglich sehr klar definierte Haarschnitt galt in den 20er Jahren als fast schockierendes Mode-Statement der Emanzipation. Seinen modischen Durchbruch verdankt der Bob, wie so viele Neuheiten der Modewelt, prominenter Unterstützung. Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde seine Rückkehr nicht emanzipatorisch begleitet; im Gegenteil: Kantig und meist mit Pony getragen, wirkte er eher bieder. Gegen Ende der 60er Jahre aber brach ein berühmter englischer Friseur erstmals mit der strengen Linie des Bob und öffnete damit der heute gesehenen Vielfalt Tor und Tür.

Bob: Er ist tragbar, er ist variabel…

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Oft für endgültig von der Bildfläche verschwunden erklärt, ist er mittlerweile wieder zum absoluten “Must-Have” geworden, und statt zu schockieren schmückt er nun unzählige Häupter in unendlichen Variationen. Seine Vielseitigkeit und die modernen Interpretationen der klassischen Frisur machen ihn nicht nur zum Dauergast auf den roten Teppichen der Welt. Denn das ist es, was den Bob auszeichnet: Er ist tragbar, er ist variabel, und er ist mit fast jeder Haarstruktur und fast jeder Gesichtsform zu tragen. Ob gelockt oder glatt, schulter- oder kinnlang, klassisch gerade oder wild ausgefranst, symmetrisch oder asymmetrisch, mit oder ohne Pony; dieser Frisur sind keine Grenzen gesetzt.

Zeitersparnis gepaart mit modischer Eleganz

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Erst bei seiner erneuten Rückkehr in die Friseursalons dieser Welt Anfang des 21. Jahrhundert wurde vermehrt vom klassischen Schnitt abgerückt. Kaum eine andere Frisur wurde so vielseitig und individuell interpretiert wie der Pagenschnitt. Seine Unkompliziertheit ist es, der er seinen Ruhm und seinen Durchbruch verdankte, denn, gut geschnitten, lässt sich diese Frisur leicht stylen und gegebenenfalls sogar je nach Lust und Laune verändern. Durch hochgesteckte Elemente, Locken, einen zerzausten, mit Mousse oder Haarschaum aufgepeppten Look oder kompromisslos gerade und glatt; mit dem richtigen Schnitt ist mehr als nur eine Variante der beliebten Frisur möglich. Der einfache Schnitt machte über Nacht Lockenwickler, Toupierkämme und Haarspray überflüssig und traf damit den Nerv der Zeit. Einfach, schnell, unkompliziert, anpassungsfähig – und noch dazu individuell. Kaum eine andere Frisur kommt modebewussten Frauen derart entgegen. Zeitersparnis gepaart mit modischer Eleganz – es scheint, als könne kein Haarschnitt diesem neu erfundenen Klassiker das Wasser reichen.

Durch die unterschiedlichen Haarlängen, die der Bobschnitt zulässt, ist er eine der wenigen Frisuren, die nicht nur zwei Wochen nach dem letzten Friseurbesuch noch gut aussehen, sondern sich der Haarlänge anpassen und so immer wieder neue Varianten ermöglichen. Noch hält der Trend an, und zu jeder Saison werden neue Feinheiten und Moden inszeniert, doch nach diesem zweiten großen modischen Comeback wird den Bubikopf wohl so schnell keiner mehr für “tot” erklären. Wer weiß, wie oft und in welchen abenteuerlichen Umsetzungen diese Frisur in der Geschichte der Trends noch von sich reden machen wird.